Skydeep

Aktuell arbeite ich ja parallel an einem Spiel, daß wahrscheinlich niemals fertig werden wird. Im Prinzip ist es ja auch nur eine Spielwiese, um einen  Soundtrack unterbringen zu können. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Wer möchte kann sich hier einen Mix aller im Spiel verwendeten Tracks anhören. Er ist sehr gut gelungen, wie ich finde.

 

Jetzt doch einen TI2???

Werden sich einige fragen und vor allem, was mich im Zeitalter der Softwaresynthese dazu bringt noch so viel Geld für einen Hardwaresynthesizer auszugeben.

Zunächst einmal finde ich ihn ziemlich schön:

virus_top_1080p

Gut, das Gegenargument, daß men einen Synth ja nicht aufgrund seines Aussehens kauft, lasse ich mal gelten, aber nun zurück zu der Frage, warum man sich so ein Teil kauft, wenn man moderne Softwaresynthesizer zu einem zehntel des Preises kaufen kann. Zudem klingen die ja auch alle ziemlich gut und stehen dem Virus in fast nichts nach. Als Beispiel seinen hier Hive, Bazille und Sylenth zu nennen.

Zunächst einmal, und das steht bei mir ganz oben auf der Liste, ist es natürlich die fehlende Haptik. Es ist einfach angenehmer an richtigen Knöpfen herumzudrehen, als Parameter mit der Maus einzustellen. Weiterhin haben Software-Plugins meiner Meinung nach eine wesentlich geringere Halbwertszeit als ein Hardware Synthesizer. Mein erster Virus B ist jetzt 18 Jahre alt und ich mache immer noch Musik damit. Nennt mir ein Plugin, was ihr vor 18 Jahren gekauft habt und das immer noch seinen Dienst verrichtet.

Kommen wir zum Wichtigsten, dem Klang. Wer noch nie einen Virus probegespielt hat, dem fällt natürlich schwer, das zu beurteilen, aber ich finde, das das Gerät einfach traumhaft klingt. Speziell die Effektsektion des TI kann sich hören lassen. Er ist also nicht nur ein richtig guter Synthesizer sondern auch ein erstklassiges Effektgerät. Wenn man ihn als Effekt in seinen Aux-Weg einschleift, kann man so manch alten Synth damit massiv aufwerten.

virus_ti2_wallpaper_Web_4k

Und was mir persönlich auch noch ganz wichtig ist: Man macht sich einigermaßen unabhängig von Betriebssystemen und Sequenzern, der Virus lässt sich eben immer überall dort betreiben, wo MIDI zur Verfügung steht. Das kann eben auch eine MPC oder ein anderer Hardware Sequenzer sein.

Last but not least sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, daß man auch etwa 2500 hochwertige Sounds mit dem Gerät kauft. Die sind wirklich überwiegend sehr hochwertig gestaltet und ich habe den Eindruck, daß man sich bei Hardware Synthesizern immer etwas mehr Mühe bei der Erstellung und Auswahl der Werksounds gibt.

Wir wollen aber die Schattenseiten auch nicht vergessen: Der Virus schlägt derzeit mit knapp 1500 Euro zu Buche, was nicht wenig ist. Immerhin ist das Gerät in Deutschland hergestellt und die Verarbeitung ist erste Sahne. Die von Access so angepriesene "Total Integration" ist meiner Meinung nach ein Marketing Gag und es ist mehr oder weniger Glückssache, ob das funktioniert. Ich habe es auf einem 2015er Macbook Pro mit Logic Pro 10.3 jedenfalls nicht geschafft, einen störungsfreien Betrieb herzustellen. Und leider, leider ist die MIDI Implementierung des Virus nicht so wirklich sattelfest, manchmal muss man etwas Geduld aufbringen, um den Arpeggiator synchron zu seinem Song zu bekommen.

Am Ende wird man allerdings mit einem fantastischen Sound belohnt, der wirklich einen eigenständigen Charakter hat. Und das "erschrauben" der Sounds am Virus macht wirklich Laune.

Ihr werdet ihn sicher in einer der nächsten Produktionen zu hören bekommen, versprochen.

 

KAWAI K5000W

Ein Neuer hat sich in meinem Studio dazugesellt. Ein KAWAI K5000W, ein additiver Synthesizer, erzeugt praktisch alles Denkbare an Sounds, vor allem atmosphärische Sachen. Allerdings ist das Teil jetzt gut 20 Jahre alt, da hat man an ausgefeilte Bedienkonzepte noch nicht gedacht. Insofern ist die Bedienung was für einen Studenten der Elektrotechnik. Aber ich werde mich definitiv damit auseinandersetzen.

Und so sieht der Gute aus:

k5000

Hier ein Beispiel einer Editiermaske, in diesem Falle die Harmonischen:

k5000_display

Dumm nur, wenn man dann feststellt, daß die Kopfhörerbuchse nicht funktioniert, dann muss man den alten Herrn nämlich mal aufschrauben...

k5000_open

...und stellt fest, daß sich die Leiterbahnen auf der Kopfhörerplatine gelöst haben. Also werden kurzerhand mit Geduld und Spucke ein paar Drahtbrücken aufgelötet, wofür ist man schliesslich Radio- und Fernsehtechniker?

k5000_headphones

Jetzt kann man sich wieder wunderbar das Gehör massieren, ohne die Nachbarn zu stören. Ihr werdet das Teil mit ziemlicher Sicherheit in einer der nächsten Produktionen zu hören bekommen.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Eine Spule im Netzteil verursacht ein störendes Pfeifen. Kurz oder lang werde ich das auch noch austauschen müssen.

TRIO VST/AU SYNTHESIZER Teil 4

So langsam wird es richtig interessant, die GUI ist fast vollständig.

Neu hinzugekommen sind nun die Oberfläche für die Modulationsmatrix, ein Patchbrowser, sowie ein Konfigurationspanel.

 

DIe Modulationsmatrix ist echt praktisch und die Architektur erlaubt es nun prinzipiell alles überallhin zu routen. So kann man beispielsweise den Filter Cutoff mt einem LFO modulieren und dessen Frequenz wiederum durch einen weiteren LFO. Ausserdem habe ich es jetzt so angelegt, daß sich theoretisch beliebig viele LFOs und Hüllkurven anlegen lassen. Das UI gibt das allerdings im Moment nicht her. Natürlich kann man auch alle Modulationsziele mit dem Sequenzer modulieren. EIn programmiertes Sample und Hold ist also auch machbar.

Einstellungen

Klangbeispiele gibt es leider immer noch keine, ich bin noch zu sehr mit Bugfixing beschäftigt. Es dauert aber nicht mehr lange.

Die aktualisierte Feature Liste:

3 Oszillatoren : Sägezahn, Sinus, Rechteck und Rauschen mit Hard-Sync
2 LFOs mit 3 Wellenformen, freilaufend und Host-Sync
12/24 dB Moog Tiefpass Emulation
4 Hüllkurvengeneratoren
16-Step Sequenzer (auch als Modulator) freilaufend oder Host-Sync
6-Fach Modulationsmatrix
- Quellen : LFO1, LFO2, Hüllkurven 1-4, Sequenzer
- Ziele : Filter Cutoff, Oszillator 1-3 Pitch, LFO1+2 Rate
Flexibles MIDI Controller Routing
Einfacher Faltungshall
Stereo Delay, freilaufend und Host-Sync

Zur Fertigstellung fehlen mir noch:
-Stereo Chorus
-Sample und Hold für die LFOs
-Die Implementierung des Controller Routings

Gerne würde ich auch das Routing der Effekte grafisch verändern können, derzeit ist es fix verdrahtet.

Hier das (derzeit fix verdrahtete) interne Routing der Module:

Support your local dealer - Nur wofür?

Die Frage stelle ich mir gerade ernsthaft.

Ich habe mich letzte Woche dazu hinreissen lassen, mir neue Studiomonitore zu kaufen. Nach ausgiebigen Recherchen habe ich mich für die Adam A3X entschieden, aber das soll nicht das Thema dieses Beitrages sein. Vielmehr soll es um die Frage gehen, ob es sich lohnt, beim Händler vor Ort zu kaufen.

Die Boxen habe ich, wie gesagt, letzte Woche erworben. Ich bin höchstpersönlich in Freiburgs einzigen Musikfachhandel gefahren, wer das ist, könnt Ihr ja gerne selber googeln. Ich halte mich an dieser Stelle mit Namensnennung mal zurück. Natürlich habe ich ausgepackte Ware bekommen, also genau die, die als Vorführgerät im Vorführraum stand. Der Boden war leicht zerkratzt vom Herumschieben. Also dachte ich, es gäbe zumindest ein wenig Rabatt, oder wenigstens ein Kabel dazu. Am Ende habe ich für Vorführware auch noch 20 Euro mehr bezahlt als bei Thomann. Dafür konnte ich die Dinger wenigstens gleich mitnehmen. Dazu habe ich noch ein paar völlig überteuerte Kabel mitgenommen. Wenigstens habe ich den Unterschied zwischen unsymmetrischen und symmetrischen Leitungen gelernt. Ach und die netten Leute vom Fachhandel haben mir auch noch 8 Schaumstofffüße zum Aufkleben mitgegeben, ist das nicht reizend?

Ansonsten fing alles gut an, die Boxen klangen erwartungsgemäß großartig. Leider habe ich nach kurzer Zeit feststellen müssen, daß eine der beiden Boxen stark rauscht. Später kamen auch noch Störgeräusche hinzu. Was folgt, ist klar: Boxen wieder einpacken, zum Händler bringen und einschicken lassen. Prima!

Ich hätte an dieser Stelle zumindest erwartet, daß ich ein leihweise ein Ersatzgerät mitnehmen kann, von mir aus auch gegen Gebühr. Pustekuchen, der arme Händler hat nichtmal irgendwelche gebrauchten Studiomonitore rumstehen, die er bei Bedarf an Kunden verleihen kann. Irgendwas haben die da nicht ganz richtig verstanden. Bin gespannt, wann ich die defekte Box wieder abholen kann. Meint doch der Mann im Laden ernsthaft, mit einer Box käme man ja auch ganz gut aus. Aha.

Um das Mal zusammenzurechnen:

  • 2 Boxen, das Stück 269 Euro
  • 2 Kabel jeweils 1,5m XLR auf Klinke Symmetrisch, Stück 19 Euro
  • 3 x hin und zurück von Waldkirch nach Freiburg, entsprechend 3 x 44km mit 33cent pro km, also knapp 44 Euro.

In Summe sind das 620 Euro. Meine Fahrtzeit und die Zeit die man im Laden rumstehen muss, weil die Bude chronisch unterbesetzt ist, nicht mit eingerechnet. Was hätte mich das Ganze nun gekostet, wenn ich gleich bei Thomann bestellt hätte?

  • 2 Boxen, das Stück 259 Euro
  • 2 Kabel jeweils 1,5m XLR auf Klinke Symmetrisch, Stück 13,50 Euro

Das sind zusammen 545 Euro. Und falls die Dinger kaputt gewesen wären, hätte ich sie kostenlos bei der nächsten Postfiliale wieder abgeben können.

Ich habe also für weniger Service, einen deutlich höheren Zeitaufwand und ganz viel Ärger 75 Euro mehr bezahlt. Wie blöd muss man eigentlich sein???

Und Ihr liebe Inhaber des nicht näher genannten Fachhandels seht mich nur noch einmal, nämlich genau dann, wenn ich die hoffentlich reparierte Box wieder abhole.