Category: Dies und das

Support your local dealer - Nur wofür?

Die Frage stelle ich mir gerade ernsthaft.

Ich habe mich letzte Woche dazu hinreissen lassen, mir neue Studiomonitore zu kaufen. Nach ausgiebigen Recherchen habe ich mich für die Adam A3X entschieden, aber das soll nicht das Thema dieses Beitrages sein. Vielmehr soll es um die Frage gehen, ob es sich lohnt, beim Händler vor Ort zu kaufen.

Die Boxen habe ich, wie gesagt, letzte Woche erworben. Ich bin höchstpersönlich in Freiburgs einzigen Musikfachhandel gefahren, wer das ist, könnt Ihr ja gerne selber googeln. Ich halte mich an dieser Stelle mit Namensnennung mal zurück. Natürlich habe ich ausgepackte Ware bekommen, also genau die, die als Vorführgerät im Vorführraum stand. Der Boden war leicht zerkratzt vom Herumschieben. Also dachte ich, es gäbe zumindest ein wenig Rabatt, oder wenigstens ein Kabel dazu. Am Ende habe ich für Vorführware auch noch 20 Euro mehr bezahlt als bei Thomann. Dafür konnte ich die Dinger wenigstens gleich mitnehmen. Dazu habe ich noch ein paar völlig überteuerte Kabel mitgenommen. Wenigstens habe ich den Unterschied zwischen unsymmetrischen und symmetrischen Leitungen gelernt. Ach und die netten Leute vom Fachhandel haben mir auch noch 8 Schaumstofffüße zum Aufkleben mitgegeben, ist das nicht reizend?

Ansonsten fing alles gut an, die Boxen klangen erwartungsgemäß großartig. Leider habe ich nach kurzer Zeit feststellen müssen, daß eine der beiden Boxen stark rauscht. Später kamen auch noch Störgeräusche hinzu. Was folgt, ist klar: Boxen wieder einpacken, zum Händler bringen und einschicken lassen. Prima!

Ich hätte an dieser Stelle zumindest erwartet, daß ich ein leihweise ein Ersatzgerät mitnehmen kann, von mir aus auch gegen Gebühr. Pustekuchen, der arme Händler hat nichtmal irgendwelche gebrauchten Studiomonitore rumstehen, die er bei Bedarf an Kunden verleihen kann. Irgendwas haben die da nicht ganz richtig verstanden. Bin gespannt, wann ich die defekte Box wieder abholen kann. Meint doch der Mann im Laden ernsthaft, mit einer Box käme man ja auch ganz gut aus. Aha.

Um das Mal zusammenzurechnen:

  • 2 Boxen, das Stück 269 Euro
  • 2 Kabel jeweils 1,5m XLR auf Klinke Symmetrisch, Stück 19 Euro
  • 3 x hin und zurück von Waldkirch nach Freiburg, entsprechend 3 x 44km mit 33cent pro km, also knapp 44 Euro.

In Summe sind das 620 Euro. Meine Fahrtzeit und die Zeit die man im Laden rumstehen muss, weil die Bude chronisch unterbesetzt ist, nicht mit eingerechnet. Was hätte mich das Ganze nun gekostet, wenn ich gleich bei Thomann bestellt hätte?

  • 2 Boxen, das Stück 259 Euro
  • 2 Kabel jeweils 1,5m XLR auf Klinke Symmetrisch, Stück 13,50 Euro

Das sind zusammen 545 Euro. Und falls die Dinger kaputt gewesen wären, hätte ich sie kostenlos bei der nächsten Postfiliale wieder abgeben können.

Ich habe also für weniger Service, einen deutlich höheren Zeitaufwand und ganz viel Ärger 75 Euro mehr bezahlt. Wie blöd muss man eigentlich sein???

Und Ihr liebe Inhaber des nicht näher genannten Fachhandels seht mich nur noch einmal, nämlich genau dann, wenn ich die hoffentlich reparierte Box wieder abhole.


Matlab und das Picoscope

Was tut man, wenn man ein Picoscope 3203D besitzt und Messwerte von dort in Matlab einlesen (und sich deswegen extra die Instruments Toolbox gekauft hat :()möchte?

Die kurze Antwort: das geht so erstmal nicht so einfach, weil dieses Modell zur Zeit (noch) nicht unmittelbar unterstützt wird. Zumindest habe ich es noch nicht zum Laufen bekommen.

Die lange Antwort: Es gibt zum Glück einen einfachen Workaround!

Die Picoscope Software kann zum Glück Messdaten im Matlab Format speichern. Hierzu zeichnet man ganz normal sein Eingangssignal auf und speichert diese Wellenform dann mit "Datei -> Wellenform speichern unter" als Matlab-4 Datei.

Picoscope Triangle

Picoscope Messung mit Dreiecksspannung

Picoscope speichert dann 32 Wellenformen mit jeweils 1000000 Samples. Wir benötigen zum Matlab Import erstmal nur eine davon und kopieren diese in unser Matlab Arbeitsverzeichnis. Nennen wir sie mal "triangle_01.mat".

Jetzt basteln wir uns ein kleines Script, was diese Daten 1 zu 1 ausplottet:

Fs = 500000000;       % Sampling frequency

data = importdata('triangle_01.mat');

T = 1/Fs;             % Sampling period
L = data.Length;      % Length of signal
t = (0:L-1)*T;        % Time vector

G = transpose(data.B);

plot(t,G);
grid on;

print('triangle.eps','-depsc');

Wichtig ist nur, daß man in der ersten Zeile die Sampling Frequenz richtig einstellt, damit später im Plot die Zeitachse richtig beschriftet wird.

Weiterhin ist die Zeile 9 vielleicht verwirrend, diese ist aber nötig, da der Import einen Spaltenvektor erzeugt, der plot Befehl aber einen Zeilenvektor erwartet. Mit transpose drehen wir diesen einfach um. Wenn alles richtig eingegeben ist, erhalten wir einen Plot, der wie folgt aussehen sollte:

Matlab Ausgabe

Matlab Ausgabe

Der Plot wird dann noch zusätzlich im Arbeitsverzeichnis als EPS-Vektordatei ausgegeben, so einfach kann das Leben sein!


Picoscope 3203D im Test

Seit einiger Zeit plagt mich das Thema, welches Oszilloskop ich nun erwerben soll, um mein altes Hameg HM512 zu ersetzen, welches ja nun mittlerweile weit über 40(!) Jahre alt ist.

Ich hatte bereits das "Vergnügen", mit einem Rigol DS1052E und einem DS2072A zu arbeiten. Ich spare mir an dieser Stelle die Details. Nur soviel dazu: Wer keinen Düsenjet auf seinem Schreibtisch stehen haben will, sollte tunlichst die Finger davon lassen! Insgesamt ist alles aus dem Hause Rigol, was ich bisher in den Fingern hatte, als billiger Schrott zu bezeichnen, das schliesst das Tischmultimeter DM3058E und das Labornetzteil DP832 ein. Einzig der Funktionsgenerator DG4102 vermochte zu überzeugen. Alle anderen Geräte scheiden allein wegen der lauten Lüfter aus, die allesamt eine absolute Zumutung sind! Scheinbar sind alle Chinesen taub.

Aber genug davon, wenden wir uns den angenehmen Dingen zu...

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(c) 2016 Matthias Pueski